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Dienstag, 25 Oktober 2016 07:45

Was den digitalen Wandel in den Unternehmen ausbremst: Karrierewütige Manager – Studie von Horváth & Partners

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Mit der Digitalisierung kommen viele Unternehmen nur langsam voran. Wegen Eifersucht und Grabenkämpfen im Management: Zu viele Führungskräfte wollen sich mit dem Modethema profilieren.

Es sind ausgerechnet die internen Querelen in Unternehmen, die die Digitalisierung ausbremsen. So wie im Fall der Marketingchefin eines norddeutschen Handelsunternehmens, die von ihrem Chef viel Geld für die Zukunft bekam. Eine Million Euro ließ der Unternehmenslenker für die neue Webseite inklusive eines Systems für Onlinebestellungen springen. Doch damit verärgerte er gleichzeitig seinen IT-Chef, den für dessen Intranetprojekt gab es nun kein Geld mehr.

Jung gegen alt, Marketing gegen IT, Logistik gegen Kundenverantwortliche

Der Fall ist typisch: Da Digitalisierung als großer Trend gilt, wollen sich viele Führungskräfte mit entsprechenden Projekten schmücken, um die eigene Karriere damit voranzutreiben. Kompetenzgerangel und Eifersüchteleien führen dann aber dazu, dass die Projekte scheitern oder deutlich später fertig werden als geplant. Wer darf die Lorbeeren einheimsen und die Gewinnerthemen besetzen? Wer wird zum Zuarbeiter degradiert? Solche Fragen sorgen für Grabenkämpfe: Junge gegen Alte, Marketing gegen IT oder Logistik gegen Kundenverantwortliche.

Zierhofer Rainer horvarth. 300 portrait 213x300Zu dem Ergebnis kommt eine Umfrage des Marktforschers Forsa im Auftrag des Beratungsunternehmens Horváth & Partners unter 200 IT-Vorständen und Geschäftsführern von Unternehmen mit mindestens 250 Millionen Euro Umsatz.

Fehlen Ressourcen? Egal

Als weiteres Problem geben 61 Prozent der Befragten Zeitprobleme an. „Viele Chefs legen begeistert los, machen sich aber nicht rechtzeitig Gedanken über die Ressourcen ihrer Mitarbeiter“, beobachtet Rainer Zierhofer, Digitalisierungsexperte bei Horváth & Partners. Stattdessen erwarten sie stillschweigend, dass solche Projekte neben dem Tagesgeschäft gestemmt werden.

Überflüssige Doppelarbeiten

In fast jedem zweiten Unternehmen (49 Prozent) kommt es zudem zu Komplikationen, weil mehrere Mitarbeiter in unterschiedlichen Abteilungen mit der Digitalisierung betraut sind.

Die Untersuchungsergebnisse im Detail: 49 Prozent der Unternehmen beklagen Zeitverzögerungen, Interessenkonflikte 58 Prozent und 35 Prozent Entscheidungsschwächen. Nur vier Prozent der Unternehmen haben für das Thema Digitalisierung einen eigenen Chief Digital Officer ernannt.

Jedes zweite Unternehmen hat keinen Plan

Dumm nur, dass oft starre Strukturen und ein fehlender Masterplan die Digitalisierungsprojekte aufhalten. Vor allem wie der digitale Umbau vonstatten gehen soll, das hat fast jedes zweite Unternehmen nicht einmal definiert. Das Fazit von Horvárth-Partner Zierhofer: „Unternehmen sind oft streng hierarchisch, funktional, in Silos organisiert.“ Mit dieser Folge: Die Digitalisierung stellt diese Organisationsformen auf den Prüfstand und fordert die Unternehmen, neue Formen der Zusammenarbeit zu probieren und zu etablieren.“

Gelesen 1397 mal Letzte Änderung am Mittwoch, 11 Oktober 2017 11:46